Historie

Das Gut Rederank befindet sich südwestlich von Kröpelin in der welligen Endmoränenlandschaft mit den typischen Hügeln, Wiesen und Söllen. Früher nur über die Bahn an Hamburg und Berlin angebunden, kann das Gut heute auch bequem über den Autobahnanschluss Kröpelin erreicht werden.

 

Historisches Gutshaus SW 1Mittelpunkt der Gutsanlage ist heute das Gutshaus / historische Landschloss aus der Jahrhundertwende, welches 1892 vom Hamburger Kaufmann Wilhelm Alexander im Stil der Neorenaissance errichtet worden ist. Diese Bautätigkeit wohlhabender Bürgerlicher war ein typisches Kennzeichnen jener Zeit. Neben den jahrhundertealten Adelssitzen derer von Oertzen, von Bassewitz, von Maltzahn und anderer erwarben immer mehr Bürgerliche Güter in Mecklenburg und errichteten neue, repräsentative Bauten als Zeichen Ihrer Würde und Wohlhabenheit. So ist unser Haus in Anlehnung an die römischen Villen der Antike errichtet und ausgestattet worden. Charakteristisch sind die pompöse Eingangshalle mit den Säulen, die reich gegliederte Stuckfassade, die steinartigen Ausmalungen im Vestibül und die Stuckfassungen in den Salons. Im Inneren war das Haus mit reich ornamentierten Kaminen ausgestattet, edlen Hölzern für das Parkett und feinen Holzarbeiten im Esssalon. Die steinerne Treppe ist mit Marmorfliesen belegt und in den schwarzen Teilen dem Granit nachempfunden. Rote Teppiche und Samteinlagen in den Handläufen betonten in der Vergangenheit die Eleganz dieser Treppenanlage.

 

Der Eigentümer bewirtschaftete in Rederank ein landwirtschaftliches Gut mit einer Größe von ca. 450 Hektar. Der Wirtschaftshof lag vor dem Haus, getrennt durch einen Landschaftspark und einer Wassergraft, die heute noch in Teilen sichtbar ist. Es wurde Ackerbau und Viehwirtschaft betrieben und zwar Milchvieh - und Schweinehaltung. Ein großer Pferdestall, der noch heute linkerhand der Dorfstraße zu sehen ist, diente der Pferdezucht und Haltung der vielen Pferde, die in der Landwirtschaft benötigt worden sind. Auf den Gütern arbeiteten zur damaligen Zeit alle Einwohner eines Gutsdorfes. Diese wurden aus der typischen Gutsküche, welche im Keller gelegen war, versorgt. Elektrisches Licht wie auch fließend warmes und kaltes Wasser und Bäder waren schon Standard in diesem Bau. Strom wurde über einen Generator in einer Windmühle erzeugt und Wasser lieferte ein pumpenbetriebener Brunnen. Die Hauswasserversorgung erfolgte über zwei im Dachboden installierte Eisenkessel, wovon einer mit Heizschlangen ausgestattet war. Auch ein Telefon gab es damals schon, so dass unsere Vorfahren sehr komfortabel in diesem, im Stil einer Schlossvilla erbauten, Gutshaus gewohnt haben. 1909 wechselte dann der Besitzer, die Lübecker Familie Strack erwarb das Anwesen und bewirtschaftete den Gutshof bis 1945.

 

Gutshaus histroisch sw 2Das Kriegsende zwang die Familie wie fast alle Gutsbesitzer und Großbauern in Mecklenburg zur Flucht in den Westen. Das Gutshaus wurde besetzt von der russischen Armee und dann als kommunales Eigentum genutzt. Zunächst erhielt eine Vielzahl von Flüchtlingen aus dem heutigen Polen hier eine Bleibe. Später wurde das Gebäude als Wohnhaus, Verkaufsstätte und von dem dann gebildeten Volkseigenen Gut Satow genutzt für die Essenversorgung der Bauern und für kulturelle Veranstaltungen. Das Gutshaus erlitt dabei das Schicksal fast aller dieser Häuser - der kulturhistorische Wert wurde bewusst ignoriert und so erfolgte nur eine notdürftige Bauunterhaltung, die zu erheblichen Bauschäden führte.

 

Mit der Wende 1989 war dann die Gemeinde bemüht, die in Ihrem Besitz befindlichen Gutshäuser zu verkaufen, so dass wir 1998 dieses wunderschöne Haus erwerben konnten. Seit 1999 sanieren wir das unter Denkmalschutz stehende Gutshaus, welches zu den repräsentativsten Kulturdenkmälern im Landkreis Bad Doberan gehört und versuchen, durch eine behutsame Sanierung möglichst viel von der Originalsubstanz und Ausstattung zu erhalten.

 

Das Credo unseres Engagements ist es, einen Einklang zwischen dem Menschen und der Natur herzustellen wie dies auch der Erbauer des Hauses vor Augen gehabt haben mag. Das Haus soll Begegnungsstätte sein im Arbeiten, im Genießen, im Erleben und in der Kunst. In diesem Sinne wird die Parkanlage nach ökologischen Grundsätzen hergerichtet, d. h. es werden ausschließlich natürliche, in der Region vorkommende Materialien verwendet. Auch die topographischen Gegebenheiten werden bewusst belassen und genutzt. Gärtnerisch wird der Park als angelegter Landschaftspark renaturiert und insbesondere dem Thema Kräuter, alte Bauerngartenpflanzen und historische Rosen gewidmet sein.

 

Die Nutzung des Hauses wird eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Gesundheitsurlaub, Ferienwohnungen und künstlerische Angebote sein, so dass hier eine Vielzahl von Begegnungen und Erlebnissen möglich sind.